Schach Mainz
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Rheinhessische Jugendeinzelmeisterschaft
in Mainz vom 02. bis 05. Januar 2002


Pressebericht:



Mainzer Rheinzeitung, 08. Januar 2002

Ohne Nachwuchssorgen auf Bauernfang

Rheinhessische Schach-Jugendmeisterschaften: Der Bretzenheimer Ilja Fragin siegt in der U 14

MAINZ. Schach hat gegenüber vielen anderen Sportarten den nicht unerheblichen Vorteil, dass man das "Spiel der Könige" auch im tiefsten Winter genießen kann - ohne auf eine Turnhalle oder kälteabweisende Spezialkleidung modernster Fabrikatur angewiesen zu sein. Dies war für den Rheinhessischen Schachbund allerdings nicht der Grund, die Jugendmeisterschaften auf Anfang Januar zu legen. "Jetzt haben fast alle Teilnehmer Schulferien", begründet der zweite Vorsitzende der Schachjugend Rheinhessen, Fabian Wall, den Termin. Und Freizeit war nötig, erstreckte sich das Turnier doch über volle vier Tage.

Drei Altersklassen

40 Jugendliche aus der Region zwischen Ingelheim und Alzey hatten sich in der Thomasgemeinde in der Berliner Siedlung in Mainz versammelt, um die rheinhessischen Jugend-Einzelmeisterschaften auszuspielen, die gleichzeitig als Qualifikationsturnier für die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften dienten. In drei Altersklassen maßen sich die Kontrahenten. Nach jeweils sieben Runden im Schweizer System sicherten sich Christian Lantzsch (U 18/U 20), Matthias Lohr (U 16) und Ilja Fragin (U 14) die Titel. Da es in der U 20 keine Meisterschaft auf Landesebene gibt, haben sich in der U 18 Raphael Zayadeh und Benedikt Schaal für die nächste Ebene qualifiziert. Die Zweitplatzierten der anderen Klassen, Roland Ollenberger und Mike Martin, haben ebenso ihr Ticket gelöst.
Der Schwabenheimer Lantzsch, der für die Schachfreunde Heidesheim auf Bauernfang geht, und Lohr vom SV Ingelheim verteidigten ihre Meistertitel. Mit Ilja Fragin hingegen setzte sich in der U 14 ein Außenseiter durch. "Er hat fraglos am meisten überrascht, schließlich zählt er ja zum jüngeren Jahrgang dieser Klasse", sagte Wall. Doch mit fünf Siegen und zwei Remis erzielte der zwölfjährige Fragin die beste Ausbeute in der U 14 und blieb zudem als einziger Spieler neben Lohr im gesamten Turnier ohne Niederlage. "Ich war zuletzt immer Zweiter bei den Jugendmeisterschaften, deshalb ist es schön, jetzt endlich mal ganz oben zu stehen", gab er seiner Freude Ausdruck.
Fragin wohnt in Bretzenheim, tritt aber für de SV Worms 1878 an. "Über kurz oder lang werden meine Eltern aber wohl keine Lust mehr haben, mich immer nach Worms zu fahren. Dann werde ich zu einem Mainzer Verein wechseln." Ein Vorbild hat Ilja nicht: "Als Schachspieler sollte man sich Partien von allen Weltmeistern ansehen, da lernt man immer etwas."

Prognosen schwer möglich

Ob Fragin das Zeug dazu hat, einmal selbst Partien zu spielen, die dann von Schachfans aus aller Welt analysiert werden, vermag Fabian Wall nicht zu beurteilen. "In seinem Alter sind Prognosen nur schwer möglich. Mancher bleibt in der Entwicklung einfach stehen, das muss nicht mal am Fleiß liegen." Wall sieht keine Nachwuchssorgen beim Rheinhessischen Schachverband. Die Teilnehmerzahl an Turnieren und die Mitgliederzahlen in Vereinen bleibe konstant. "Die Spielstärke ist in den vergangenen Jahren allerdings zurückgegangen." Dass es einer der Jungs in den Profibereich schafft, hält er für unwahrscheinlich. "Das macht aber nichts. Viel gravierender ist ein anderes Problem: Wir haben einfach nicht genug Ehrenamtliche, um alle Posten zu besetzen. So fehlt uns etwa der Einzelspielleiter. Der ist aber eigentlich nötig, um solch ein Turnier reibungslos organisieren zu können."(jb)

Letzte Änderung: 09.01.2002 R.Sabel

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